Glenn O’Brien über James Rizzi

Es mag an seiner persönlichen Direktheit und völligen Un-Prätentiosität liegen, dass Rizzi oft für einen primitiven oder Außenseiter-Künstler gehalten wird. Aber primitiv ist er wahrlich nicht. Und auch die Bezeichnung Außenseiter – ein Wort, das häufig für Exzentriker am Rande der Gesellschaft verwendet wird – trifft auf ihn nicht zu; er ist ein wahrhaft unabhängiger Künstler, ein „Post-Pop Artist“, dessen Werk in dem von Malern wie Keith Haring, A. R. Penck und Kenny Scharf anklingt. Dass er nicht noch mehr zelebriert wird, hat meiner Meinung nach mit seiner Konzentration auf die Serigraphie zu tun. Während die erste Generation von Pop Art Künstlern anfänglich viele populistische Aussagen im Bezug auf Druckserien, Massenproduktion und die Nachahmung der Medien zum Erreichen eines größeren Publikums getroffen hat, wurde sie schließlich doch von den herrschenden Gesetzen des Kunstmarktes in die Schranken gewiesen. Doch Rizzi ist kein Poster-Künstler, und unter den Schöpfern von multiplen Editionen hat er eine einzigartige und gewichtige Position inne.

Seine großen Drucke sind Ausdruck einer ungewöhnlichen Arbeitsintensität und betören das Auge mit überbor-denden Visionen einer unbändigen, fröhlichen Ausgelassenheit. Rizzi zeigt uns ein Universum wie aus dem Tollhaus, auf halbem Wege zwischen Wil-liam Blake und Daffy Duck, einen tobenden, überquellenden Planeten, auf dem die Ausschweifungen und das „Zu Viel“ der modernen Welt mit einem Auge von unerschütterlichem Wohlwollen und warmherzigem Humor versöhnt werden.

© englisches Original: Glenn O’Brien, New York; Auszug aus dem Vorwort zum Buch „James Rizzi“, Stuttgart, 2006

© Übersetzung: Alexander Lieventhal, Art28, Stuttgart

Lebenslauf

2014
  • Große Weltkunstausstellung im Frankfurter Hof in Mainz: „James Rizzi – Das New Yorker Atelier“, in welcher Rizzis New Yorker Studio nachgestellt wird und zahlreiche Bilder aus der persönlichen Sammlung des Künstlers erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden
2013
  • Einweihung eines von Rizzi entworfenen Brunnens in Rißtissen (a. d. Donau) am oberschwäbischen Jakobsweg
  • Einweihung einer großen Rizzi-Glasfassade an einem Bürogebäude in Pirmasens und Eröffnung des dortigen Rizzi-Cafés
2012
  • Markteinführung von mehreren hochwertigen Porzellansets (Tassen, Becher, Schalen, Skulpturen) bei Goebel
  • Markteinführung der lange erwarteten Rizzi-Sneakers bei FILA
  • Eröffnung der ersten offiziellen Gedenkausstellung in der Internationalen Kunstakademie Heimbach/Eifel in Anwesenheit von James‘ Bruder, William Rizzi; Einführung durch Akademiedirektor Prof. Dr. Frank Günter Zehnder
2011
  • Künstlerische Gestaltung des Rinspeed Concept Car „BamBoo“, der auf dem 81. Internationalen Automobil-Salon in Genf erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde
  • Veröffentlichung des großen, komplett von Rizzi gestalteten New York Reiseführers “James Rizzi – My New York City” zusammen mit Autor Peter Bührer bei Marco Polo / Mair DuMont – des ersten New York Reiseführers, der komplett ohne Fotos auskommt
  • Eine öffentliche Schule in Duisburg wird zu Ehren des Künstlers in “James-Rizzi-Schule” umbenannt
  • Erscheinen von zwei James Rizzi Puzzles und eines Malen-nach-Zahlen-Spieles bei Ravensburger
  • Gestaltung einer Trinkflasche zum Welt-Wasser-Tag für SIGG Switzerland
  • † James schließt in der Nacht auf den 2. Weihnachtsfeiertag für immer die Augen
2010
  • Die deutschen Teilnehmer an den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver erhalten die von Rizzi gestaltete Porzellan-Miniatur der Berliner Mauer als offizielles Präsent des NOK
  • Große Rizzi Retrospektive im Congress Centrum Bremen aus Anlass von Rizzis 60. Geburtstag
  • Eintragung ins Goldene Buch der Freien Hansestadt Bremen
  • Handabdruck im Bremer „Walk of Fame“
  • Auszeichnung mit dem Stadtmusikantenpreis der Freien Hansestadt Bremen
  • Große Ausstellung im CentrO Oberhausen, Europas größtem Einkaufs- und Freizeitzentrum
  • Versteigerung des von Rizzi gestalteten CentrO-Doms zugunsten von „Ein Herz für Kinder“
  • Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Oberhausen
  • Erscheinen des James Rizzi Memory bei Ravensburger
2009
  • Gestaltung des Logos für „Begegnungen – Schutzräume für Kinder”, ein Symposion der Peter Maffay Stiftung unter Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin
  • Retrospektive in der Städtischen Galerie “Alter Löwen” in Pfullendorf
  • Gestaltung einer Porzellan-Miniatur der Berliner Mauer für “Visible Wall” aus Anlaß des 20-jährigen Falls der Berliner Mauer
  • Michail Gorbatschow erhält die von Rizzi gestaltete Porzellan-Miniatur der Berliner Mauer aus Anlass der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Fall der Berliner Mauer
2008
  • Gestaltung von vier Sonderbriefmarken für die Bundesrepublik Deutschland
  • Aufnahme in die New Yorker „Artexpo Hall of Fame“
  • Aktion mit UNICEF
  • Große Retrospektive in der Rheingoldhalle Mainz mit über 50.000 Besuchern
  • Gestaltung eines 10 € Geldscheines mit freundlicher Erlaubnis der EZB
  • Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Baden-Baden
2007
  • Wohltätigkeitsprojekt „Begegnungen – eine Allianz für Kinder“ mit Peter Maffay (Schirmherrin: Bundeskanzlerin Angela Merkel)
    Auszeichnung durch die University of Florida („Outstanding Achievement Award“)
  • Gestaltung des Albumcovers für „Soundz of Freedom“ von Bob Sinclar
2006
  • Auszeichnung mit dem Steiger Award für das künstlerische Lebenswerk (Laudator: Otto Waalkes)
  • Veröffentlichung des großen Rizzi-Buches „James Rizzi: Artwork 1993-2006“ von Glenn O‘Brien und Mark Weinberg
    Gestaltung des Plakats zur Eröffnung des New Yorker Golfclubs auf Governor’s Island
2005
  • Wohltätigkeitsprojekte in Zusammenarbeit mit dem Lions Club Krefeld-Rheintor und „action medeor“
2004
  • Große Rizzi-Ausstellung im Mathematicum in Gießen mit über 17.000 Besuchern
2003
  • Gestaltung des Plakats zum SWR3 New Pop Festival, Baden-Baden
2002
  • Gestaltung der Titelseite des Hamburger Abendblattes
  • Gestaltung eines Teddybären für Steiff
  • Offizielle Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in New York
  • Entwurf von drei Stadtbahnwagen für Heilbronn
  • Unterstützung der Aktion „Herzenssache“ des SWR Stuttgart
2001
  • Fertigstellung und Einweihung des „Happy Rizzi House“ in Braunschweig
  • Bemalung und Wohltätigkeitsversteigerung eines Smart in Tokio
  • Auszeichnung durch die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste, Österreich
  • Gestaltung eines Albumcovers für Joey Ramone (“Merry Christmas“)
  • Gestaltung von Rosenthal-Porzellan im Auftrag der Siemens AG aus Anlass ihres New Yorker Börsengangs
2000
  • Teilnahme an der New Yorker „Cow Parade“
  • Entwurf des „Happy Rizzi House“ in Braunschweig für EXPO Hannover 2000
  • Arbeiten für UNICEF, die Japanischen Eisenbahnen und die Deutsche Telekom
1999
  • Entwurf von drei VW New Beetle für Volkswagen (und Aufnahme eines davon in die permanente Sammlung des Volkswagen Museums in Wolfsburg)
  • Einbandgestaltung der 15-bändigen Brockhaus Enzyklopädie
1998
  • Künstler des Jahres, United States Sports Academy
  • Offizieller Künstler der Olympischen Winterspiele in Nagano, Japan
  • Offizieller Künstler des FIFA World Cups in Frankreich
  • Offizielle Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos
  • Auszeichnung durch die University of Florida („Distinguished Alumnus Award“)
1997
  • Offizieller Künstler des Montreux Jazz Festivals in der Schweiz
  • Veröffentlichung von „Christmas Cooking in New York“ mit Rezepten des Schweizer Starkochs Peter Bührer
  • Entwurf des Herz-Logos für den RTL-Spendenmarathon „Wir helfen Kindern“
  • Entwurf von vier limiterten CDs für Bertelsmann
  • Entwurf einer Kühlschranktür für Liebherr
  • Ausstellung in Brooklyn, New York, und Erklärung des Eröffnungstages zum „James Rizzi Tag“ durch den Bürgermeister von Brooklyn
1996
  • Veröffentlichung des James Rizzi Buches „The New York Paintings“
  • Veröffentlichung von „James Rizzi – Mein New York Kochbuch“ mit Rezepten des Schweizer Starkochs Peter Bührer
  • Offizieller Künstler der Olympischen Sommerspiele in Atlanta
  • Aufnahme von Rizzi-Werken in die permanente Sammlung des IOC in Lausanne
  • Interview mit dem Japanischen Fernsehen
  • Gestaltung der Außenhaut einer Boeing 757 für die Lufthansa-Tochter Condor aus Anlass deren 40-jährigen Jubiläums
1995
  • Entwurf eines Bobby-Car für BIG
  • Entwurf von Porzellan-Aschenbecher und Graphik zum 25-jährigen Jubiläum von Philip Morris Europe
  • Posterentwurf „Rizzi meets Spitzweg“, Neue Pinakothek, München
1994
  • Beginn einer langjährigen Serie von Porzellanentwürfen für Rosenthal
  • Entwurf einer limitierten MetroCard für die New Yorker Verkehrsbetriebe MTA
  • Entwurf eines Logos für Children’s Friend for Life
  • Entwurf von Skimode für Descente, Japan
  • Entwurf von Telefonkarten für AmeriVox und Teleworld
1993
  • Gestaltung des Boxmantels von Henry Maske (IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht)
  • Titelgeschichte und Heftgestaltung, MAX Magazin, Deutschland
1992
  • Das zweite Buch über James Rizzi erscheint (Glenn O‘Brien, „Rizzi“)
  • Ehrengast der Amerikanischen Anorexia and Bulimia Association
1990
  • Entwurf des Titels „Take Me Out to the Ballgame“ für den Hollywood-Film „V. I. Warshawski – Detektiv in Seidenstrümpfen“ mit Kathleen Turner
1988-92
  • Verschiedene Design-Projekte in Japan
1988
  • Das erste Buch über James Rizzi erscheint (Gerrit Henry / Marshall Lee: „James Rizzi – 3-D Constructions“)
1987
  • Produktion eines Film über Rizzi durch das japanische Fernsehen („Rizzi meets the Salsa“)
  • Gestaltung von Albumcover für Dee Dee King („Funky Man“
1980/83
  • Gestaltung von Albumcovern und zweier animierter Videoclips für “Tom Tom Club“ (“Genius of Love”, “Pleasure of Love“) sowie eines weiteren Albumcovers für Andy Summers und Robert Fripp („I Advance Masked“)
1976/77
  • Teilnahme an der Ausstellung “Thirty Years of American Printmaking, including the 20th National Print Exhibition“ im Brooklyn Museum, New York (Kurator: Gene Baro)
1975
  • Bemalung einer 45 Meter langen Außenwand für Eric’s Bar & Grill, New York (Gebäude 1985 abgerissen)
1974
  • Teilnahme an Freiluft-Kunstausstellungen am Washington Square und in Brooklyn Heights, New York
1973
  • Abschluss in Bildender Kunst an der University of Florida Gainesville
    Eröffnung einer Studio-Galerie in der Sullivan Street, SoHo, New York
1950
  • Geboren am 5. Oktober im New Yorker Stadtteil Brooklyn als zweites von drei Kindern